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"BuS"

Berufs- und Studienorientierung

Es ist uns am Leibniz-Gymnasium sehr wichtig, unsere Schüler bei der Berufs- und Studienorientierung zu begleiten. Wir haben daher ein Konzept entwickelt, das bereits ab der 7. Jahrgangsstufe zum Tragen kommt und vielerlei Aktivitäten beinhaltet.

 

Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Berufsbörse

Konzept für die Berufsbörse: Integration ins P-Seminar

Die neu eingerichteten Seminare in der Oberstufe des G8 greifen zentrale Forderungen der Arbeitswelt auf, wonach die Berufswahl- und die Berufsweltkompetenz der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden müssen. Aus diesem Grund ist die Studien- und Berufsorientierung zum festen Bestandteil der gymnasialen Oberstufe geworden.

 

Vermittlung allgemeiner und spezieller Berufswahl und Berufsweltkompetenz

Im Zentrum des Projektseminars zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar) stehen der Praxisbezug und die Förderung methodischer und sozialer Kompetenzen. In der ersten Phase, der allgemeinen Studien- und Berufsorientierung (BuS-Teil) erhalten die Schülerinnen und Schüler einen generellen Überblick über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten nach dem Abitur. Dabei sollen die individuellen Fähigkeiten und Interessen der angehenden Abiturientinnen und Abiturienten mit einbezogen und deren Berufsfindungsprozess gefördert werden. Hand in Hand mit der allgemeinen Berufs- und Studienorientierung erfolgt die Projektarbeit, bei der die Schülerinnen und Schüler durch eine gezielte Einbindung außerschulischer Projektpartner realitätsnahe Einblicke in die Arbeitswelt erhalten.

 

Berufsbörse als integraler Bestandteil des P-Seminars

Ziel der Berufsbörse am Leibniz-Gymnasium ist es traditionsgemäß, den Studien- und Berufswahlprozess der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und aus erster Hand durch die Darstellung verschiedener Berufsfelder eine möglichst praxisbezogene, realistische Orientierungshilfe zu bieten und ggf. auch auf bisher weniger bekannte Berufsfelder aufmerksam zu machen. Durch die neue Oberstufe des G8 ist es nun möglich geworden, die Berufsbörse an unserer Schule zum integralen Bestandteil des Unterrichts in den P-Seminaren zu machen und damit auch von Elternseite die Schule bei der Förderung der Berufswahl- und Berufsweltkompetenz zu unterstützen.

 

Berufsfelder

Die Oberstufenschülerinnen und -schüler sollen Berufe aus folgenden Bereichen kennenlernen:

 

  • Naturwissenschaften / Technik / Informatik
  • Medizin
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • Journalismus / Text / Medien
  • Sprachen
  • Dienstleistungen / Beratung
  • Kunst / Musik
  • Praxisnahe Vorträge

 

Um den Schülern einen lebendigen und realitätsnahen Eindruck von der Berufswelt zu vermitteln, werden die Vorträge zu den Berufsgruppen durch Eltern gehalten. Dabei kommt es nicht auf eine exakte Vermittlung des Berufsbildes an, sondern vielmehr um die Lebensläufe, die sich über die Ausbildung und den Arbeitgeber ergeben haben.

Pro Nachmittag wird es zu unterschiedlichen Berufsfeldern jeweils Vorträge á 30 Minuten geben. Danach ist 15 Minuten Raum für Fragen oder Gespräche. Die Gestaltung der Vorträge bleibt den Referenten überlassen, im Vorfeld erfolgt eine Beratung durch das Organisationsteam.

 

Kontakt:

berufsboerse@leibniz-gymnasium-altdorf.de

Studieninformation

Wege nach dem Abitur - Studium oder Ausbildung?

 

Um die Kollegiatinnen und Kollegiaten der Q11 in ihrer Studien- und Berufsorientierung zu unterstützen, referierten vor Kurzem drei Mitglieder des Teams „Akademischer Bereich“ von der Agentur für Arbeit (Nürnberg) am Leibniz-Gymnasium in bewährter Art und Weise über das Thema „Wege nach dem Abitur“. Alle Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, sich zwei von drei angebotenen Vorträgen anzuhören.

„Ausbildungen speziell für Abiturienten“ gibt es; Diese Alternative vorzustellen, war ein Anliegen von Herrn Robert Reusch. Im Zuge seines Vortrages führte der Referent nicht nur unterschiedliche Beispiele an, er erläuterte auch die Unterschiede zwischen dualer und schulischer Ausbildung. Daneben gab er den jungen Leuten Entscheidungskriterien an die Hand. Auch Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung ließ der Berater in seinen Vortrag einfließen, er wies auf einzuhaltende Fristen hin und nannte den Zuhörerinnen und Zuhörern typische Fehler, die in Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgesprächen immer wieder zu beobachten sind.

Mehrfach war es dem Referenten ein Anliegen, seinen Zuhörern aufzuzeigen, wie und in welcher Form sie sich bei den Beratern der Agentur für Arbeit Anregungen sowie Unterstützung in ihrem Entscheidungs- und Bewerbungsprozess sowie beim Auffinden von Ausbildungsplätzen einholen können.

Nach einer kurzen Einführung in Begrifflichkeiten rund um das Thema Studium beantwortete Herr Helmuth Dietrich Fragen, die sich die meisten Schülerinnen und Schüler der Q11 in den kommenden Monaten stellen werden – unter anderem „Welche Fächer kann ich an Universitäten bzw. Hochschulen studieren?“, „Worin bestehen die Unterschiede zwischen diesen beiden Bildungseinrichtungen?“, „Welche Zugangsvoraussetzungen und Termine muss ich beachten?“

In seinem Vortrag zum Thema „Hochschul- versus Universitätsstudium“ stellte der Referent seiner Zuhörerschaft aber auch hilfreiche Checklisten mit den wesentlichen Unterschieden zwischen den beiden Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Herr Dietrich erläuterte, welche Studiengänge jeweils nur an einer der beiden Einrichtungen angeboten werden und in welchen Bereichen die künftigen Studierenden tatsächlich eine Wahlmöglichkeit zwischen Hochschule und Universität haben. Auch die Abschlüsse, welche jeweils angestrebt werden können, wurden erklärt.

Besonderen Wert legte der Berater darauf, den jungen Leuten Anregungen zu geben, wie sie eine Entscheidung zwischen der einen und der anderen Alternative treffen können: Neben einer großen Bandbreite an Ansprechpartnern im Hochschulbereich (Studien- und Fachberater sowie Fachschaften) verwies der Referent auf hilfreiche Links im Internet sowie einschlägige Printmedien. Daneben regte Herr Dietrich an, die im kommenden September wieder stattfindenden Hochschul-Informationstage zu besuchen. Auch die Teilnahme an einer Vorlesung oder das Absolvieren eines Schnupperstudiums während der Schulferien kann eine wertvolle Entscheidungshilfe darstellen – und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, aktuell Studierende vor Ort zu interviewen.

 

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich das sog. „Duale Studium“, das Herr Andreas Sinzinger zum Thema seines Vortrages gemacht hatte. An prägnanten Beispielen erläuterte er die unterschiedlichen Arten (Verbundstudium, Studium mit vertiefter Praxis, Kooperation der Wirtschaft mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg DHBW, duales Studium bei Behörden) sowie die zeitliche Organisation. Der Referent gab einen Überblick darüber, welche Dualen Studiengänge an den Hochschulen und Universitäten in der Region angeboten werden und mit welchen Unternehmen diese jeweils kooperieren.

In einem Vergleich mit dem herkömmlichen Studium verwies der Referent auf die Vorteile eines Dualen Studiums (Gehalt, persönliche Betreuung durch das Unternehmen, Arbeit in Kleingruppen insbes. an der DHBW, sehr gute Einstellungschancen), er verschwieg jedoch auch die Nachteile nicht – Doppelbelastung durch Studium und zeitgleiche Ausbildung, sehr knapp bemessene Freizeit, kaum Flexibilität in der Schwerpunktsetzung innerhalb des Studiums.

 

Alle drei Referenten stellten den Zuhörerinnen und Zuhörern umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Bei weiterem Gesprächsbedarf kann jederzeit ein persönlicher Beratungstermin im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit in Nürnberg vereinbart werden.

Daneben steht Herr Reusch einmal monatlich vor Ort am Leibniz für Gespräche zur Verfügung.

 

Text und Foto: Bettina Schäferling

Abi – und dann? Die Qual der Wahl!

 

Bereits zum dritten Mal waren am Leibniz-Gymnasium die künftigen Studierenden zu einem Informationsnachmittag durch die Technische Hochschule Georg Simon Ohm Nürnberg eingeladen: Die Elftklässler konnten sich aus erster Hand informieren, für wen sich ein Studium an einer Hochschule besonders gut eignet und wie es abläuft.

Tipps und Fakten erhielten die Gymnasiasten von einer Vertreterin der Zentralen Studienberatung sowie von sieben aktuell Studierenden verschiedener Fakultäten.

 

Neben Klausuren, Facharbeit und der Wahl der Abiturfächer bleibt wenig Zeit, einen Blick darauf zu werfen, welche konkreten Möglichkeiten sich nach dem Abitur bieten. Um die jungen Erwachsenen bei der Entwicklung ihres Studien- und Berufswahlkonzeptes zu unterstützen, organisierte Beratungslehrerin Karin Hellmich auch dieses Jahr wieder einen Studieninformationsnachmittag durch die Ohm-Hochschule am Altdorfer Gymnasium.

Ein breitgefächertes Angebot ermöglichte es den Schülern, sich je nach individuellem Interesse für zwei Vorträge aus dem Angebot Angewandte Mathematik und Physik, Architektur, Design, Maschinenbau, Mechatronik, Soziale Arbeit und Wirtschaftsinformatik anzumelden. In drei Zeitschienen stellten junge Studierende, sogenannte Studienbotschafter, ihre Studiengänge sowie daraus erwachsende berufliche Möglichkeiten praxisnah und aktuell vor. Anhand konkreter Beispiele aus den ersten Semestern ermöglichten sie den Teilnehmern der Q11, sich ein realistisches Bild von den Studieninhalten zu machen; ergänzt wurden die Ausführungen durch Tipps der Ohm-Vertreter für das erfolgreiche Meistern des Studienalltags. Im Anschluss an die Vorträge war jeweils ausreichend Zeit eingeplant, Fragen aus erster Hand beantwortet zu bekommen.

Frau Wening von der Zentralen Studienberatung stellte in ihrem Vortrag kurz die Ohm-Hochschule in ihrer besonderen Bedeutung als Technische Hochschule vor und grenzte sehr objektiv das Studium an einer Hochschule von dem an einer Universität ab. Äußerst hilfreich für die Elftklässler war ihr 10-Punkte-Plan, mit dessen Hilfe man zu einer Entscheidung für einen bestimmten Studiengang gelangen kann. Frau Wening motivierte die jungen Leute dabei wiederholt, Schülerpraktika zu absolvieren und die Gelegenheiten von Infotagen und Schnuppervorlesungen zu nutzen. Genz besonders appellierte sie an die Zuhörer, ihre Studienentscheidung nicht an aktuellen Trends oder gar Gehaltvorstellungen auszurichten – nur derjenige wird im Studium wirklich erfolgreich sein, dessen Interessen sich in seiner Studienrichtung spiegeln.

Ein großer Dank gilt nochmals Frau Wening und ihrem Team; auch dieses Jahr wurden wieder viele interessante Einblicke eröffnet und so konnte vielleicht dem einen oder anderen Schüler der Weg der Berufs- und Studienwahl etwas geebnet werden.

 

 

Text: Karin Hellmich

Foto: Martina Busch

Assessment Center

Siemens AG

DEBEKA

Bereits seit 2012 bietet die Siemens AG Erlangen jährlich für zwanzig SchülerInnen der Q11 ein dreistündiges Training rund um das „Auswahlverfahren der Siemens AG“ an, so auch in diesem Schuljahr am 23. Januar 2017. Als Referentin kam wieder Frau Sonja Gößwein ans Leibniz-Gymnasium, die seit 20 Jahren im Bereich Personalwesen bei der Siemens AG tätig ist und unter bereits selbst als Beobachterin an Gruppenauswahlverfahren in dem Unternehmen teilgenommen hat.

 

Als Einstieg in den Nachmittag bat die Referentin die anwesenden SchülerInnen, stichpunktartig ihre aktuellen beruflichen Pläne zu nennen. Anschließend regte sie die KollegiatInnen durch einige Frageimpulse zu einer kurzen Reflexion ihrer beruflichen Pläne sowie ihrer privaten Ziele in den nächsten 15 Jahren an.

Es folgte ein knapper Überblick über die Produktpalette der Siemens AG, bevor Frau Gößwein den Ablauf eines dualen Studiums bei dem genannten Unternehmen an mehreren den Beispielen erläuterte. Dabei wurde betont, dass die Bewerbung um den betrieblichen Ausbildungsplatz frühzeitig erfolgen muss – in der Regel bereits ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Die Referentin verschwieg nicht, dass es teils bis zu 15 BewerberInnen pro dualem Studienplatz gibt; ebenso diskutierte sie offen die Vor- und Nachteile eines Dualen Studiums mit den SchülerInnen. Dabei unterstrich sie, dass Siemens – im Gegensatz zu manch anderem Unternehmen – jedoch bedarfsgerecht einstellt, so dass die AbsolventInnen sehr gute Übernahmechancen haben. Auch versäumte es Frau Gößwein nicht, die besonderen Benefits sowohl für Auszubildende als auch Dual Studierende bei der Siemens AG herauszustellen – sei es im Bereich Aus- und Weiterbildungsbedingungen (z.B. intensive fachliche Betreuung), im Bereich Work-Life-Balance-Angebote (z.B. umfangreiches Sportprogramm) oder im Bereich des Vergütungssystems.

 

Den Schwerpunkt der Veranstaltung stellte die Vorstellung des Bewerbungsverfahrens der Siemens AG dar: Online-Bewerbung – Online-Assessment – Mündliches Auswahlverfahren. Frau Gößwein erläuterte diese drei Schritte des Bewerbungsverfahrens und gab zu jedem Teil viele wertvolle Tipps aus der Praxis:

Ehrenamtliches Engagement, absolvierte Praktika, Mitarbeit in schulischen Gruppen und Ferienjobs haben im Zuge der Online-Bewerbung einen sehr hohen Stellenwert, zeugen sie doch von Motivation, Engagement sowie Teamfähigkeit des Bewerbers. Bei der Bearbeitung des Online-Assessments ist es besonders wichtig, die vorgegebenen Beispiele langsam und gründlich durchzuarbeiten sowie einen geeigneten Zeitpunkt für die Durchführung zu wählen, zu dem man konzentriert und ungestört arbeiten kann; zudem bietet die Homepage des Unternehmens die Möglichkeit, Aufgaben im Stil des Online-Assessments vorher zu üben. Die Referentin regt an, sich für das Bewerbungsverfahren eine eigene E-Mail-Adresse zuzulegen, um zwischen den privaten Mails keine wichtige Nachricht zu übersehen.

Etwa 10% aller TeilnehmerInnen am Online-Assessment werden anschließend zum mündlichen Auswahlverfahren eingeladen. Nach der erneuten Bearbeitung zweier Module des Online-Assessments (um sicherzustellen, dass dieses vom Bewerber selbst absolviert wurde) stehen hier  sowohl Gruppeneinstellungs- als auch Einzelgespräche auf dem Programm; ebenso ist ein Kurzvortrag zu einem unbekannten, bisweilen auch selbst wählbaren Thema zu halten. Nicht nur das natürliche, offene und freundliche Auftreten des Bewerbers (auch den Mitbewerbern gegenüber!), seine Mimik, Gestik und Körperhaltung sowie seine Argumentationsfähigkeit sind hier von Bedeutung; auch sog. „Soft Skills“ wie Fähigkeit zu Kommunikation und Kooperation, Initiative und Teamfähigkeit werden geprüft. Ergänzend werden auch Berufsinteresse und Kenntnisse über den Ausbildungsbetrieb abgefragt. Frau Gößwein ermunterte die TeilnehmerInnen, sich eingehend über das Unternehmen zu informieren sowie eigene Fragen rund um die Ausbildung bzw. das Unternehmen zu überlegen und diese ruhig auch zu notieren – natürlich nur solche, die sich nicht durch eine gründliche Recherche auf der Homepage bereits selbst beantworten lassen. Auch ganz praktische Übungen, wie z.B. „Welcher Händedruck rundet den ersten Eindruck perfekt ab?“ sollten bei der Vorbereitung auf das Assessment-Center nicht außer Acht gelassen werden.

 

Im sich anschließenden Praxisteil wurde zunächst von einer Hälfte der TeilnehmerInnen ein Gruppeneinstellungsgespräche simuliert zu der Frage „Sollte es in der Schule einen verpflichtenden Auslandsaufenthalt geben?“. Die andere Hälfte der Jugendlichen nahm anschließend an einer Pro & Contra-Diskussion teil zu der Frage „Eröffnung eines neuen Lokals in der Altdorfer Innenstadt – Restaurant oder Fast-Food-Laden?“ Vor der Durchführung erläuterte die Referentin, dass hier das Augenmerk der Beobachter vor allem auf folgende Kriterien gerichtet ist: mündliche Ausdrucksfähigkeit (Prägnanz, inhaltliche Qualität, rhetorisches Geschick); geistige Flexibilität, sich auf die zugeteilte Diskussions-Rolle (Pro oder Contra) einzulassen; Offenheit für die übrigen Teilnehmer und Respekt ihnen gegenüber; Präsenz, Fähigkeit zuzuhören und auf die Argumente der Mitbewerber einzugehen; Halten von Blickkontakt; Steuerung des Gesprächsverlaufs; Gestik, Mimik, Körpersprache und Fähigkeit, die Körpersignale der Mitbewerber wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Die jeweils übrigen Jugendlichen nahmen zusammen mit der Referentin die Rolle eines Beobachters ein.

Nach einer kurzen Phase der Selbstreflexion erhielten die Diskussions-TeilnehmerInnen  jeweils unterstützt durch Frau Gößwein ein fundiertes und wertvolles Feedback, welches auch Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigte. Auch Tipps aus der Praxis fehlten nicht: So sind eigene Erfahrungen zum Thema immer gut geeignete Beiträge, die es einem Teilnehmer ermöglichen, sich in die Diskussion einzubringen. Ruhigere Mitbewerber sollten dann durch gezieltes Ansprechen in die Diskussion eingebunden werden, wenn sie durch Körpersignale erkennen lassen, dass sie sich gerne einbringen würden; im anderen Fall besteht die Gefahr, sie bloßzustellen, was einem selbst in der Bewertung negativ angerechnet werden könnte.

 

Während des gesamten Nachmittags nutzten die künftigen AbiturientInnen ausgiebig die Gelegenheit Fragen zu stellen, welche von der Referentin geduldig und sehr fundiert beantwortet wurden.

Die Resonanz bei den KollegiatInnen, die sich nicht nur äußerst diszipliniert verhielten, sondern überaus engagiert und motiviert mitarbeiteten, war sehr positiv. Der detaillierte Einblick in das Bewerbungsverfahren der Siemens AG fand ebenso großen Anklang wie der Praxisteil.

Frau Gößwein konnte den jungen Leuten vermitteln, dass eine gründliche Vorbereitung auf die einzelnen Stufen des Bewerbungsverfahrens nötig, aber auch möglich ist. Ihr langjähriger Erfahrungsschatz aus der Praxis, weitergegeben in einem engagierten und kurzweiligen Vortrag in einer den jungen Leuten sehr zugewandten und überaus wertschätzenden Art sowie das konstruktive Miteinander hat Schüler sowie beteiligte P-Seminar-Lehrkräfte gleichermaßen beeindruckt.

 

 

Text und Fotos: Karin Hellmich

Seit neun Jahren ist ein Assessment-Center-Training durchgeführt von Mitarbeitern der Debeka Altdorf am Leibniz-Gymnasium integraler und bewährter Bestandteil der Berufs- und Studienorientierung. Auch in diesem Schuljahr bot Herr Ralf Grandl (Organisationsleiter im Servicebüro der Debeka Altdorf) am 22. und 23. Januar 2018 zwei je knapp 3-stündige Assessment-Center an. Unterstützt wurde er an beiden Tagen von Frau Rebecca Zoll, Auszubildender zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen im 3. Lehrjahr bei der Debeka Altdorf sowie von Herrn Arsem Selendt (Geschäftsstellenleiter der Debeka Neumarkt).

Die Anforderungen an Bewerber für Ausbildungs- und teils auch Studienplätze sind hoch. Nicht nur ein guter Schul- oder Studienabschluss wird von Unternehmen erwartet sondern auch sog. „Soft Skills“, also persönliche und soziale Kompetenzen, deren Einschätzung Ziel eines Assessment-Centers ist. Trotz der aktuell vermeintlich eher entspannten Situation dürften die künftigen BewerberInnen diese Anforderungen, die gerade bei renommierten Unternehmen weiterhin hoch sind, nicht unterschätzen, so Herr Selendt.

Daher sollten die insgesamt 40 teilnehmenden SchülerInnen der 11. Jahrgangsstufe nicht nur viele wichtige Verhaltensregeln kennenlernen, die in einem AC zu beachten sind. Herr Grandl und sein Team räumten den jungen Leuten auch vielfältige Möglichkeiten ein, diese sofort einzuüben und sich ein Feedback dazu einzuholen.

Eröffnet wurde der Nachmittag durch eine erste praktische Übung: Die jungen Leute erhielten den Auftrag, den eigenen Vor- und Nachnamen gut lesbar auf ein Namensschild zu schreiben und dieses am Körper anzubringen.

Selbst diese vermeintlich einfache Übung birgt Fallstricke in sich – das Aufschreiben des Vornamens darf nicht vergessen werden und es ist darauf zu achten, dass das Schild nicht durch lange Haare oder einen Schal verdeckt wird. Herr Grandl betonte, das genaue Zuhören sowie die exakte Befolgung von Anweisungen sei im Berufsleben sehr wichtig.

 

Durch den dann folgenden theoretischen Block führte Frau Zoll; Herr Grandl und Herr Selendt ergänzten immer wieder wertvolle Aspekte aus ihrem reichen Erfahrungsschatz.

Nach einer ersten Begriffsklärung erhielten die KollegiatInnen grundlegende Informationen zum möglichen Ablauf und den Intentionen eines solchen Auswahlverfahrens (manchmal auch Bewerberseminar oder Potenzialanalyse genannt): im Vordergrund steht die Bewertung des Einsatzwillens, sozialer Kompetenzen sowie der Art der Selbstpräsentation des Bewerbers. Dies beinhaltet unter anderem folgende Aspekte: Auftreten und interpersonelles Verhaltensrepertoire einschließlich Körpersprache; Empathie; Teamfähigkeit, Initiative, Kreativität, Organisationsgeschick, Flexibilität, Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit, Belastbarkeit, Verhalten in Stress-Situationen, Kritikfähigkeit sowie kommunikative Kompetenzen.

Die TeilnehmerInnen müssen sich bewusst sein, dass sie im Verlauf der gelegentlich sogar zwei oder drei Tage nicht nur während der konkreten Testblöcke unter Beobachtung stehen (in der Regel kommen dabei auf einen Beobachter zwei bis drei TeilnehmerInnen), sondern auch außerhalb – beginnend mit dem Betreten des Firmengeländes über das Verhalten in den Pausen und bei den gemeinsamen Mahlzeiten bis hin zum Abschlussgespräch. Herr Grandl bringt dies prägnant zum Ausdruck, indem er „Der Weg ist das Ziel“ als Motto eines jeden ACs nennt.

Herr Selendt betonte nachdrücklich die Notwendigkeit, sich gründlich auf ein AC vorzubereiten – dazu gehört, sich umfassend über das Unternehmen sowie über die Erwartungen an die Bewerber auf die ausgeschriebene Stelle zu informieren; zudem sollte man anhand von Beispielen belegen können, warum man selbst die dort genannten Anforderungen erfüllt. Trainieren (auch vor Publikum) sollte man unbedingt eine Kurzpräsentation der eigenen Person sowie die – in der Regel immer abgefragte – Darstellung der eigenen Schwächen und Stärken. Aus eigner Erfahrung weiß er, dass das vorgegebene Zeitlimit teils deutlich unter-, teils aber auch weit überschritten wird. Zudem solle man bei der Vorbereitung berücksichtigen, dass gerade international agierende Firmen häufig verlangen, Teile der Selbstpräsentation auf Englisch zu halten.

 

Vor dem Einstieg in den praktischen Teil des Nachmittags erläuterten die Referenten auch schriftliche Aufgabentypen im Rahmen eines ACs wie die „Postkorbübung“ (hier erhielten die KollegiatInnen ein umfangreiches Skript mit Beispiel), Intelligenz- und Konzentrationstest. Da diese Übungen häufig unter Zeitdruck durchgeführt werden, riet Frau Zoll, die Aufgabenstellungen stets äußerst sorgfältig zu lesen und eine Bearbeitungsrate von ca. zwei Dritteln anzustreben. Mögliche mündliche Formate sind Gruppendiskussion (auch hierzu bekamen die SchülerInnen umfangreiche Unterlagen), Rollenspiel oder Präsentation. Detailliert ging die Referentin auf das Stress-Interview ein: Frau Zoll wies darauf hin, dass im Zuge dieses Bausteins auch mit unangenehmen Fragen (z.B. nach Schwächen), teils sogar mit provozierenden Äußerungen gerechnet werden muss. Sie empfahl den jungen Leuten, in so einem Fall keine Frage bzw. Aussage persönlich zu nehmen, in Wort sowie Körpersprache ruhig und sachlich zu bleiben und die eigene Meinung zu begründen.

Alle schriftlichen Aufgabentypen wurden in der Präsentation dank kurzer Beispiele greifbar; sehr hilfreich waren auch Hinweise, welche Eigenschaften und Kompetenzen dabei jeweils im Blickfeld der Beobachter des ACs stehen. Erklärt wurden auch der sog. „Astronautentest“ (manchmal auch als Ballon- oder Höhlenübung durchgeführt) sowie das spontane Führen eines Verkaufsgesprächs.

 

Im sich anschließenden praktischen Teil sollten die Jugendlichen im Rahmen einer Teamarbeit in zwei konkurrierenden Gruppen unter Zeitdruck ein Marketingkonzept für einen Friseursalon entwickeln. Als Arbeitsgrundlage dienten schriftliche Informationen zu möglichen Standorten und dem für Marketingmaßnahmen zur Verfügung stehenden Budget. Mit Motivation, Kreativität und großem Engagement meisterten die TeilnehmerInnen diese Aufgabe in den vorgegebenen 40 Minuten; das Ergebnis wurde dann in Kurzpräsentationen im Plenum vorgestellt. Bei dieser Übung waren neben Zeitmanagement vor allem kooperatives Diskussionsverhalten sowie eine durchdachte Arbeitsteilung innerhalb des Teams gefragt – was unterschiedlich gut gelang.

Die Selbsteinschätzung durch die Schüler wurde ergänzt durch ein wertvolles Feedback der drei Referenten sowie der beiden begleitenden Lehrkräfte (Frau Hellmich und Frau Schuster) an die Gruppenmitglieder: Die Übernahme einer Führungsrolle in der Gruppe sollte einhergehen mit dem Bestreben, ruhigere Schüler in den Arbeitsprozess zu integrieren. Als Stärken eines Bewerbers werden neben den bereits erläuterten „Soft Skills“ auch alle Verhaltensweisen gewertet, welche die Arbeit in der Gruppe aus struktureller und organisatorischer Sicht voranbringen: Sorgen für einen zügigen Arbeitsbeginn und eine rasche Bildung von Kleingruppen innerhalb des Teams, lobende Worte auch für Beiträge von Mitbewerbern, Stellen impulsgebender Fragen im Sinne aktiven Zuhörens sowie deeskalierend wirkendes Eingreifen, wenn sich Unstimmigkeiten zeigen. Bei einer solchen Übung im Rahmen eines AC steht vorrangig nicht das Ergebnis der Gruppenarbeit im Fokus der Beobachter; wesentlich sind das individuelle Engagement und das soziale Miteinander auf dem Weg dorthin.

Die Referenten beendeten diesen letzten Theorieteil mit dem wichtigen Hinweis, dass das sog. „Abschlussgespräch“ am Ende eines ACs ebenfalls einen Testbaustein darstellt. Häufig anzutreffende Aufforderungen des AC-Teams sind hier das Beurteilen der eigenen Stärken und Schwächen sowie der eigenen Rolle innerhalb des ACs; ebenso wird oft um eine Einschätzung der Mitbewerber hinsichtlich derselben Aspekte gebeten. Auch hier gilt es, bei der Beantwortung der Fragen noch immer die Bewertungskriterien eines AC im Hinterkopf zu behalten und sich nicht etwa dazu verleiten zu lassen, Mitbewerber negativ zu beurteilen. Sinnvoller ist es hier, von Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten zu sprechen.

Aus einem reichen praktischen Erfahrungsschatz schöpfend führten die Referenten die künftigen Abiturientinnen und Abiturienten mit viel Engagement fundiert durch die beiden kurzweiligen Assessment-Center.

Die Resonanz bei den SchülerInnen, die überaus konzentriert und motiviert mitarbeiteten, war sehr positiv – sowohl im Hinblick auf die Auswahl der Inhalte als auch auf das Verhältnis von Theorie und Praxis. Es ist Herrn Grandl, Frau Zoll und Herrn Selendt erneut gelungen, den TeilnehmerInnen nicht nur wichtige theoretische Grundlagen zu vermitteln, sondern sie für die wesentlichen Aspekte zu sensibilisieren. Die Jugendlichen auf diese nicht leicht zu nehmende Hürde im Rahmen eines Auswahlverfahrens gut vorzubereiten und somit ihre Unsicherheit zu reduzieren war das fortwährende Bestreben der Referenten – der Dank der Schülerinnen und Schüler sowie der beteiligte P-Seminar-Lehrer ist ihnen hierfür sicher.

 

Text und Fotos: Karin Hellmich

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