Bereits im achten Jahr schenkten Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums einen Teil ihrer Freizeit anderen Menschen, indem sie ein „Freiwilliges Soziales Schuljahr“ (FSSJ) absolvieren.

Im aktuellen Schuljahr engagierten sich 11 SchülerInnen aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 in ihrer Freizeit regelmäßig ca. 2 Std. wöchentlich. Ein Großteil war tätig in einer sozialen Einrichtung (z.B. Kinderbetreuung, kirchliche Jugendarbeit, Unterstützung Behinderter) oder in einem Verein (z.B. Sport, Freiwillige Feuerwehr, Jugendrotkreuz). Einige waren ergänzend in zeitlichen Blöcken am Wochenende oder sogar während der Ferien aktiv, um die mindestens erforderlichen 80 Stunden Einsatz vorweisen zu können. Dass es sich beim FSSJ um eine sehr bereichernde Erfahrung handelt, zeigt sich auch darin, dass ein 10. Klässler bereits zum zweiten Mal teilnahm und eine 9. Klässlerin sogar in zwei Einrichtungen parallel ihre je 80 Stunden absolvierte.

Bereits während ihrer Schulzeit übernahmen die jungen Leute so in der und für die Gesellschaft soziale Mitverantwortung und können sich des Dankes und der Wertschätzung der Menschen, die sie unterstützen, sicher sein. Die TeilnehmerInnen erlebten aber auch, wie erfüllend die Übernahme eines Ehrenamtes sein kann, sie entwickeln sich in ihrer Persönlichkeit weiter, erkennen an sich selbst neue Stärken und Fähigkeiten und reifen an der eigenständigen Bewältigung sich ergebender Herausforderungen. Nicht zuletzt erhielten die Absolventen auch gewinnbringende Impulse für ihre berufliche Zukunft.

Auch aus schulischer Sicht hat ein FSSJ positive Effekte: die dort gesammelten Erfahrungen und gewonnenen Kompetenzen gepaart mit einer positiven Veränderung des Selbstbildes führen nicht selten zu einem Motivationsschub, der auch das schulische Engagement günstig beeinflussen kann.

Am Ende des Schuljahres nahmen die SchülerInnen aus den Händen des stellvertretenden Schulleiters Erich Walke zu Recht mit Stolz ein „Zeugnis für Freiwilliges Soziales Engagement“ in Empfang.

Neben Interesse und konkretem Engagement des Einzelnen werden hier auch die äußerst wichtigen „soft skills“ beurteilt – soziale Kompetenzen wie Einsatzbereitschaft und Eigenverantwortung, Toleranz, Höflichkeit und Empathiefähigkeit sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit. Gerade bei künftigen Bewerbungen kann das bei Hochschulen und Arbeitgebern sehr geschätzte Zeugnis als wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu Mitbewerbern fungieren.

Die Durchführung des FSSJ am Leibniz-Gymnasium erfolgt seit 2011 in enger Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Nürnberger Land (Röthenbach). Soweit die jungen Menschen nicht bereits selbst Kontakte zu Vereinen oder Einrichtungen geknüpft haben, unterstützt sie dort Regina Triebs, geeignete Stellen zu finden. Des Weiteren hilft die Sozialpädagogin bei der Antragstellung und ist bei Bedarf zusammen mit Karin Hellmich Ansprechpartnerin bei evtl. auftretenden Schwierigkeiten.

Text und Foto: Bettina Schäferling

Die TeilnehmerInnen mit der betreuenden Lehrkraft Karin Hellmich (v. l.) und dem stellvertretenden Schulleiter Erich Walke (v. r.)