Das Freiwillige Soziale Schuljahr (FSSJ) feiert 10-jähriges Jubiläum an unserer Schule – engagiere auch du dich für einen guten Zweck!

Unsere SchülerInnen nicht nur beim Aufbau fachlicher und methodischer Kompetenzen zu unterstützen, sondern auch ihre persönliche und soziale Weiterentwicklung zu fördern, ist uns am Leibniz-Gymnasium ein zentrales Anliegen.

So stellt es ein kleines Jubiläum dar, dass das Absolvieren eines „Freiwilligen Sozialen Schuljahres“ (FSSJ) nun seit genau 10 Jahren fest in das Zusatzangebot unserer Schule integriert ist: junge Leute schenken hier einen Teil ihrer Freizeit anderen Menschen.

Im aktuellen Schuljahr haben sieben TeilnehmerInnen aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 diese Chance ergriffen und sich ehrenamtlich engagiert; seit der Etablierung im Schuljahr 2011/12 beteiligten sich insgesamt 184 Jugendliche an dem Projekt – eine beeindruckende Zahl, über die wir uns sehr freuen!

Zeitlicher Umfang und mögliche Tätigkeiten:

Über das Schuljahr verteilt müssen mindestens 80 Tätigkeitsstunden absolviert werden – die meisten jungen Leute sind ca. 2 – 3 Std. wöchentlich im Einsatz, einige sind ergänzend oder alternativ in zeitlichen Blöcken am Wochenende oder sogar während der Ferien aktiv.

Typische Einsatzstellen sind soziale Einrichtungen (z.B. Kindergarten und Hort; Nachmittagsbetreuung an der Grundschule; Seniorenheime; Einrichtungen zur Unterstützung von Menschen mit Handicap) und Vereine (z.B. Sport, Jugendarbeit, Feuerwehr); manche Jugendliche bringen sich aber auch an anderer Stelle ein (z.B. Bücherei, Rotes Kreuz, Ausgabestellen der „Tafel“). Seit einigen Jahren ist auch ein Engagement direkt am Leibniz möglich – Frau Hafner und ihr Team von der Offenen Ganztagesschule OGS freuen sich sehr über Unterstützung.

Persönlicher Zugewinn:

Bereits in jungen Jahren sind die TeilnehmerInnen bereit, soziale Mitverantwortung in der und für die Gesellschaft zu übernehmen. Dies tun sie ohne Bezahlung – ihr „Lohn“ sind zum einen Dankbarkeit und Wertschätzung seitens der Menschen, die sie unterstützen. Daneben entwickeln sich die jungen Leute in ihrer Persönlichkeit weiter, werden sich neuer Stärken und Fähigkeiten bewusst. So resultieren immer wieder gewinnbringende Impulse für die Berufs- und / oder Studienwahl.

Aber auch das schulische Engagement wird nicht selten positiv beeinflusst – neue Erfahrungen und Kompetenzen fördern das Selbstbild, ein Motivationsschub ist häufig die Folge.

Können sie mindestens 80 Stunden Einsatz vorweisen, erhalten die AbsolventInnen am Ende des Schuljahres zu Recht mit Stolz ein „Zeugnis für Freiwilliges Soziales Engagement“ – beurteilt werden hier neben Interesse und konkretem Engagement auch die bedeutsamen „soft skills“, darunter Höflichkeit und Empathiefähigkeit, Einsatzbereitschaft und Eigenverantwortung sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit. Gerade bei künftigen Bewerbungen kann dieses bei Hochschulen und Arbeitgebern sehr geschätzte Zertifikat als wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu Mitbewerbern fungieren und das entscheidende „Zünglein an der Waage“ sein.

Organisation:

Seit 2011 erfolgt die Durchführung des FSSJ in enger Kooperation mit dem in Röthenbach ansässigen Mehrgenerationenhaus Nürnberger Land. Regina Triebs unterstützt dort die SchülerInnen beim Auffinden geeigneter Stellen, falls diese noch keine Kontakte zu Vereinen oder anderen Einrichtungen geknüpft haben. Des Weiteren hilft die Sozialpädagogin bei den anfänglichen Formalitäten, besucht einen Teil der jungen Leute an der jeweiligen Einsatzstelle und regt zum Erfahrungsaustausch an. Zusammen mit Fr. Hellmich ist sie bei Bedarf auch Ansprechpartnerin bei evtl. auftretenden Schwierigkeiten.

Alle SchülerInnen, deren Interesse nun geweckt ist und die sich angesprochen fühlen, können sich zu Beginn des kommenden Schuljahres ausführlich über die Rahmenbedingungen eines FSSJ informieren.

Das Einladungsschreiben dazu wird kurz nach Schuljahresbeginn verschickt.

Auswirkungen der Corona-Pandemie im Schuljahr 2020/21 – Nachahmer gesucht:

Aufgrund von Covid-19 sowie damit einhergehend Lockdown und Schulschließung konnten auch die diesjährigen TeilnehmerInnen ab Mitte Dezember 2020 teils nicht mehr an ihren anfänglichen Einsatzstellen tätig sein. In der Folge wurde für dieses Schuljahr die Mindeststundenzahl erneut reduziert, damit die Jugendlichen dennoch ein Zertifikat erhalten konnten.

Äußerst erfreulich war, dass einige TeilnehmerInnen ihr soziales Engagement fortführen wollten. Auf der Suche nach einer Einsatzform, die mit den strengen Kontaktauflagen kompatibel ist, haben vier Jugendliche Mitte Februar begonnen, SchülerInnen aus der 6. Klassen in Form eines wöchentlichen e-Coachings in ihrer Selbstorganisation und bei konkreten Fragen zum Lernstoff in den Kernfächern zu unterstützen – eine Initiative, die wie auch schon im letzten Schuljahr bei Schulleitung, Eltern und Lehrkräften großes Lob hervorgerufen hat.

Karin Hellmich, Beratungslehrerin;
schulinterne Koordinatorin des FSSJ

FSSJ beim TSV Feucht

 

Nachdem ich schon seit 6 Jahren Volleyball beim TSV Feucht spiele und gelegentlich bei jüngeren Mannschaften im Training mithelfe, entschied ich mich dazu, in der Mannschaft der U13 mein FSSJ als Co-Trainerin zu absolvieren.

Ein- bis zweimal die Woche trainierten wir. Dort konnte ich mein bisheriges Wissen in dieser Sportart an Jüngere weitergeben und ihnen beim Erlernen neuer Techniken helfen. Anfangs war es sehr ungewohnt, die Dinge aus dem Blickwinkel des Trainers zu sehen, da ich bisher  nur die Spielersicht kannte. Doch es normalisierte sich von Mal zu Mal, die Mannschaft und ich lernten uns gegenseitig besser kennen, wodurch alles viel entspannter ablief.

Aufgrund der Corona-Pandemie durften wir leider eine lange Zeit nur im Freien und unter Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen trainieren, was nicht immer einfach umzusetzen war. Schließlich konnten wir ab Mitte Oktober wieder in die Halle und uns auf die bevorstehende Saison vorbereiten. Doch leider war das zu früh gefreut – schon nach noch nicht einmal einem Monat wurde der Trainingsbetrieb komplett eingestellt, seitdem pausiert die Spielsaison.

Aufgrund dieser Situation mussten wir kreativ werden, um die Mädels fit zu halten und versuchten uns deshalb an einem „Cyber-Training“. In diesem trafen und treffen wir uns über Zoom und trainieren dabei sowohl die Ausdauer als auch die Muskulatur. Wir führen dieses alternative Training einmal pro Woche durch und hoffen weiterhin, dass wir demnächst wieder in den normalen Spielbetrieb einsteigen dürfen.

Durch dieses FSSJ habe ich viel gelernt, z.B. Verantwortung zu übernehmen sowie anderen etwas beizubringen. Ich habe aber auch erkannt, wie enorm wichtig Zuverlässigkeit und Kommunikation sind, wenn man in einem Team erfolgreich zusammenarbeiten möchte. Vor allem habe ich aber gemerkt, dass es mir großen Spaß macht, mit Jüngeren zu arbeiten – deshalb will ich auch in Zukunft weiterhin im Training der Jugendmannschaften mithelfen und als Co-Trainerin tätig sein.

Da ich in meinem FSSJ nicht nur wertvolle neue Erfahrungen gesammelt, sondern auch wirklich viel Spaß gehabt habe, empfehle ich jedem, selbst mal ein FSSJ zu absolvieren, da es einfach nur Gutes mit sich bringt – für sich selbst und für die anderen.

Amélie Sommer, 9c

FSSJ bei den Pferdefreunden Laufer Land e.V.

Seit einiger Zeit bereits voltigiere ich bei den Pferdefreunden Laufer Land. Als mich eine Trainerin gefragt hat, ob ich Lust hätte, sie beim Training der Gruppe mit den kleinen Kindern zu unterstützen, entstand die Idee, ein Freiwilliges Soziales Schuljahr zu machen.

Voltigieren – was ist das eigentlich? Voltigieren ist eine Disziplin im Pferdesport, bei der dynamische und statische Elemente sowie Übungsverbindungen in turnerisch-gymnastischer Form auf dem galoppierenden Pferd durchgeführt werden. Das Voltigieren stellt sich als vielseitiger Sport mit hohen konditionellen und koordinativen Anforderungen dar. Alle körperlichen Fähigkeiten wie unter anderem Gleichgewicht, Beweglichkeit, Sprung- und Stützkraft werden bei diesem Sport geschult.

Ein besonderer pädagogischer Aspekt des Voltigierens ist in der partnerschaftlichen Arbeit mit dem Lebewesen Pferd zu sehen: gefördert werden Rücksicht, Achtung, verantwortungsvoller Umgang mit dem Pferd sowie Einfühlungsvermögen, um auf und mit dem Pferd diesen Sport betreiben zu können.

Ebenso von Bedeutung  ist der soziale Aspekt dieser Disziplin als Mannschaftssport: eine Voltigiergruppe besteht aus einem Pferd, dem Trainer sowie sechs bis zehn Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters. Gegenseitige Hilfe, Rücksichtnahme, Zusammenarbeit, Einfügen in die Gruppe sowie großes Vertrauen ineinander sind nur einige Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein.

Alles in allem finde ich, dass es eine außergewöhnliche Sportart ist, die richtig Spaß macht.

Anfangs war es meine Aufgabe, mit den Kindern Aufwärmübungen zu machen, ihnen auf dem Holzpferd die Figuren zu zeigen und sie aufs Pferd zu heben. Die Gruppe bestand aus acht Kindern im Alter von vier bis neun Jahren, die meine Trainerin und mich ganz schön auf Trab hielten.

Leider war bereits nach ca. zwei Monaten coronabedingt mit dem Unterricht Schluss. Seitdem bin ich die „Wellnessbeauftragte“ für die beiden Voltigierpferde – ich putze sie, mache mit ihnen Gymnastik, führe sie spazieren und gebe ihnen ein- bis zweimal die Woche ein spezielles Kraftfutter. Es ist schön, dass ich mich während des Lockdowns um die Pferde kümmern darf – dennoch freue ich mich natürlich sehr darauf, wenn wir die reguläre Gruppenstunde bald wieder abhalten dürfen und ich den Kindern die Freude am Voltigieren weitergeben kann.

Thara Edenhofer, 10c

 

FSSJ im Seniorenhof Altdorf

Nach meinem ersten FSSJ beim Roten Kreuz im letzten Schuljahr entschied ich mich, ein weiteres FSSJ zu absolvieren, diesmal in einem Altenheim.

Meine Aufgabe war es, im Haus der Betreuung zu helfen. Am Anfang ging ich nur freitags für ca. 2 Stunden dorthin: es war immer Kegeln eingeplant und es machte mir ziemlich Spaß, alle Spielenden glücklich zu sehen. Zunächst verbrachte ich meine Zeit nur mit zwei Bewohnerinnen und half bei verschiedenen Aufgaben mit. Nach einiger Zeit reichten mir 2 Stunden aber nicht mehr aus, da ich mehr Leute kennengelernt hatte und mit ihnen einfach plaudern wollte. Ich fing also an, 3 Stunden zu bleiben.

Im Laufe der Zeit half ich nicht nur bei Spielen wie z.B. Kegeln, Memory, Mensch ärgere dich nicht, sondern auch in der Küche und schaute auch nach, ob die Leute genug Wasser auf dem Tisch hatten, und schenkte ihnen Saft oder Wasser ein. Ich las Geschichten aus Büchern vor – mit Maske, das war teilweise sehr belastend für mich, da ich schwer Luft bekam. Letztendlich war das Wichtigste für mich, dass sich die Bewohner gefreut haben. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es den Leuten besser ging, je mehr ich mich um sie kümmerte – ab und zu wurde ich aber auch traurig, weil ich in einigen Situationen nicht weiterhelfen konnte. Es machte mir auch Freude, dass ich die Arbeit der Pfleger ein wenig erleichtern konnte, indem ich sie immer wieder bei Aufgaben unterstütze.

Einmal war ich sogar 4,5 Stunden dort – als ich nach Hause kam, war ich so müde, dass ich einfach ins Bett ging und schlief. So konnte ich auch verstehen, wie anstrengend diese Arbeit für die Pflegekräfte ist.

Wenn ich im Altenheim war, versuchte ich alles, damit es den Bewohnern besser geht. Man muss aber auch viel Geduld haben und einiges aushalten, da man größtenteils mit dementen Leuten arbeitet. Trotzdem freute ich mich immer, wenn ich die Bewohner sehen durfte.

Nach Abwägung all dieser Vor- und Nachteile würde ich jedem ein FSSJ in einem Altenheim empfehlen, da man nicht nur Leute kennenlernt, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben, sondern auch sieht, wie schön es sein kann, wenn man mit alten Leuten Zeit verbringt. Außerdem erhält man von den älteren Leuten auch Tipps zu Sorgen, die man hat, weil sie bereits viele Erfahrungen in ihrem Leben sammeln konnten: es überraschte mich sehr, was ich hörte, wenn mir manche Bewohner ihre Lebensgeschichte erzählten. Sie haben teils wirklich viel zu erzählen, aber die Pflegerinnen und Pfleger haben nicht für jeden Bewohner so viel Zeit, wie er es sich wünschen würde – deswegen kann man durch ein FSSJ in einem Altenheim sowohl den Leuten dort als auch sich selbst immer wieder etwas Gutes tun.

Edzhe Hasanova, 10a