Ein gemeinsamer Blick auf Mut, Stärke und Werte
Im Rahmen eines gemeinsamen Abends kamen Eltern, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler zusammen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, was „stark sein“ eigentlich bedeutet. Zu Beginn stand eine kurze Reflexion: Wann war ich zuletzt stark? Im anschließenden Austausch wurde deutlich, dass häufig Unsicherheit, Angst vor Fehlern oder die Wirkung auf andere Menschen Mut erschweren.
Die Schulpsychologin und OStRin Marina Müller erläuterte zunächst zentrale Aspekte des Erwachsenwerdens. Themen wie Entwicklungsaufgaben in der Pubertät, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der Einfluss des „inneren Kritikers“ wurden aufgegriffen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig ein unterstützendes Umfeld ist, um ein stabiles Selbstbild zu entwickeln und Herausforderungen bewältigen zu können.
Ein zentrales Element des Abends war der gemeinsam gestaltete Stärkenbaum. In Einzelarbeit hielten alle Teilnehmenden ihre persönlichen Stärken fest und brachten sie anschließend sichtbar als „Blätter“ ein. So entstand ein vielfältiges Bild der Schulgemeinschaft. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Es sind vor allem gemeinsame Werte, die diesen Baum auch in stürmischen Zeiten aufrecht halten, nämlich Respekt, Ehrlichkeit und Toleranz.
Diese Werte wurden in der anschließenden Werte-Werkstatt vertieft. Aus einer Auswahl wurden persönliche Schwerpunkte herausgearbeitet und im Austausch begründet. Als „Wurzeln“ ergänzten sie den Stärkenbaum und machten sichtbar, worauf ein mutiges und unterstützendes Miteinander aufbauen kann. Beim anschließenden Rundgang zeigte sich, welche Werte für ein positives Schulklima als besonders wichtig wahrgenommen werden.
In einer weiteren Arbeitsphase entwickelten gemischte Gruppen konkrete Leitsätze für den Schulalltag. Im Fokus standen Themen wie der Umgang mit Fehlern, die Wertschätzung von Individualität, gegenseitige Unterstützung sowie das Einräumen von Freiräumen. Dabei entstanden alltagstaugliche Formulierungen, die Orientierung für das gemeinsame Handeln geben können.
Zum Abschluss nahmen alle Teilnehmenden eine persönliche Stärkekarte mit nach Hause – als kleine Erinnerung daran, welche Ressourcen jeder Einzelne mitbringt und wie diese im Alltag gestärkt werden können. Der Abend bot Raum für Austausch und neue Perspektiven auf die Frage, wie Mut und Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft gelebt und realisiert werden können.
StRin Stefanie Lazarus, OStRin Doris Gogolin


