„Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.“

(Mark Twain)

 

34 Schülerinnen und Schüler engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Schuljahres (FSSJ)

Rahmenbedingungen:

Bereits seit 15 Schuljahren ergreifen jedes Jahr Schülerinnen und Schüler des Leibniz ab Jgst. 9 die Chance, sich in ihrer Freizeit im Rahmen eines „Freiwilligen Sozialen Schuljahres“ (FSSJ) ehrenamtlich für Mitmenschen ganz unterschiedlicher Altersklassen zu engagieren.

Dazu kooperiert unsere Schule mit dem Mehrgenerationenhaus Nürnberger Land (Röthenbach), wo Regina Triebs Unterstützung anbietet, eine geeignete Stelle zu finden, soweit die Jugendlichen nicht bereits selbst Kontakte zu Einrichtungen oder Vereinen geknüpft haben. Zudem betreut die Sozialpädagogin die Teilnehmer während des Schuljahres, regt zum Erfahrungsaustausch an und ist bei Bedarf zusammen mit Fr. Hellmich Ansprechpartnerin bei evtl. auftretenden Hürden.

Zeitlicher Einsatz und mögliche Tätigkeitsbereiche:

Im Herbst 2025 erklärten sich 34 Jugendliche bereit, ein FSSJ zu absolvieren.

Während des Schuljahres engagierten sie sich in ihrer Freizeit ca. 2 Std. wöchentlich bzw. in zeitlichen Blöcken am Wochenende und / oder während der Ferien im CVJM Altdorf, in der kirchlichen Jugendarbeit, bei der Ausgabestelle der „Tafel“, beim Roten Kreuz, einer freiwilligen Feuerwehr, in einer Bücherei, einem Kinderhort sowie beim TV Altdorf.

Diese große Bandbreite an Einsatzstellen ermöglicht es jeder Interessentin und jedem Interessenten, eine Wirkungsstätte zu finden, die den eigenen Neigungen und Interessen entspricht.

Seit einigen Jahren ist auch ein Engagement direkt am Leibniz möglich: Frau Hafner und ihr Team von der Offenen Ganztagesschule OGS freuen sich sehr über Unterstützung.

Gutes tun für andere – aber auch für sich selbst:

Die Beteiligten übernehmen soziale Mitverantwortung in der und für die Gesellschaft. Da sie ehrenamtlich tätig sind, erhalten sie keine Bezahlung – wohl aber den Dank und die Wertschätzung der Menschen, die sie unterstützen.
Gleichzeitig lernen sie an sich selbst neue Stärken und Fähigkeiten kennen, sie entwickeln sich in ihrer Persönlichkeit weiter. Nicht wenige erhalten auch gewinnbringende Impulse für ihre Berufs- und / oder Studienwahl.

Häufig stellen die im Rahmen eines FSSJ gesammelten Erfahrungen und gewonnenen Kompetenzen gepaart mit einem positiveren Selbstbild auch einen Motivationsschub dar, der hilft, neue Kräfte für das innerschulische Engagement zu mobilisieren.

Am Ende des Schuljahres erhalten die engagierten AbsolventInnen – sofern sie mindestens 80 Stunden Einsatz vorweisen können – ein „Zeugnis für Freiwilliges Soziales Engagement“, welches ihnen bei künftigen Bewerbungen durchaus Vorteile verschaffen kann: das Zertifikat wird von Hochschulen und Arbeitgebern sehr geschätzt. Beurteilt werden hier neben Interesse und Engagement des Einzelnen auch die bedeutsamen „soft skills“ – soziale Kompetenzen wie Höflichkeit, Empathiefähigkeit, Engagement und Eigenverantwortung sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit.

Du bist neugierig geworden? – So geht’s weiter:

Alle Schülerinnen und Schüler, die sich nun angesprochen fühlen, selbst ein FSSJ zu absolvieren, können sich in einer Infoveranstaltung zu Beginn des kommenden Schuljahres nochmals ausführlich über die Rahmenbedingungen eines FSSJ informieren; das Einladungsschreiben dazu wird kurz nach Schuljahresbeginn verschickt.

Karin Hellmich, Beratungslehrerin;
schulinterne Koordinatorin des FSSJ

FSSJ bei der Freiwilligen Feuerwehr Röthenbach b. Altdorf

 

Ich habe mein Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ) bei der Freiwilligen Feuerwehr in Röthenbach absolviert. Dabei habe ich viele Dinge gelernt, mitgenommen und hatte viel Spaß.

Das Vorbereiten von und Aufräumen nach Veranstaltungen oder auch das Planen von und Mitwirken bei Übungen zählten zu meinen Aufgabenbereichen, ebenso das Ableisten von Arbeitsdiensten. Aber auch das eigene Üben und persönliche Weiterbildungen kamen nicht zu kurz. Ich habe viel über Teamarbeit gelernt, erkannt, wie wichtig Kommunikation ist und Einblick erhalten in die grundlegenden Dinge, die notwendig sind, um bei der Feuerwehr tätig zu sein. Außerdem habe ich medizinische Kenntnisse gesammelt und bin daran sehr gewachsen; unterschiedlichste Übungsszenarien und Patientenversorgung haben mich besonders interessiert. Auch das Löschen oder die Bewältigung anderer Gefahren haben mich fasziniert und mir Spaß gemacht.

Neben diesen „typischen“ Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr gibt es auch ein paar lästigere Aufgaben: Jedes Jahr im Januar sammeln wir mit Traktoren in unserer Ortschaft Christbäume ein, das kann ziemlich ungemütlich werden bei Kälte oder wenn es schneit. Aber danach gibt es immer eine warme Mahlzeit und gute Gespräche. Auch Arbeitsdienste, bei denen man beispielsweise das Feuerwehrhaus aufräumen muss, zählen nicht unbedingt zu den schönsten Aufgaben, aber am Ende findet man immer etwas, was einem vielleicht doch Spaß macht – und wenn es die netten Menschen sind, mit denen man sich unterhalten kann.

Und dann gibt es noch besondere Events, die großen Spaß machen, wie das jährliche Zeltlager oder die Sonnwendfeier. Im Zeltlager gehen wir Kanu fahren, lachen viel, spielen, gehen schwimmen, kochen oder sitzen einfach zusammen und genießen die freie Zeit. Die Sonnenwendfeier ist eine Feier in Röthenbach, die wir im Sommer jedes Jahr organisieren. Wir müssen dabei ein großes Festzelt aufbauen, uns ums Essen und die Getränke kümmern, einen großen Holzhaufen für das Feuer stapeln und natürlich auf das Feuer aufpassen und darauf achten, dass nichts passiert. Das alles ist zwar immer viel Arbeit, mittlerweile aber einfach nicht mehr wegzudenken.

Zwischendrin war ich schon ab und zu nicht so motiviert für diese Aufgaben neben Schule und Hobbies, fand es lästig, früh aufstehen oder irgendwo im Regen stehen zu müssen, aber es hat sich jedes Mal gelohnt. Und ich bin dankbar, all diese Erfahrungen, die netten Menschen und gewinnbringenden Gespräche mit in mein weiteres Leben nehmen zu können. Und abgesehen davon ist ein FSSJ ein Engagement, das sich im zukünftigen Lebenslauf bei Bewerbungen sehr gut macht.

Die Freiwillige Feuerwehr bietet viele und unterschiedlichste Möglichkeiten, Engagement zu zeigen und sie hat für jeden einen Platz. Außerdem bietet sie Fortbildungen und andere Weiterbildungsangebote und vermittelt einem nützliches Wissen, das man gut für sein zukünftiges Leben benötigen kann.

Abschließend kann ich sagen, dieses FSSJ es hat großen Spaß gemacht und ich würde es jeder Schülerin und jedem Schüler empfehlen.

Maja Bergau, 9D

 

FSSJ bei der Tafel Altdorf

 

Als ich mein FSSJ bei der Tafel Altdorf Nürnberger Land angefangen habe, dachte ich zuerst, dass ich dort hauptsächlich Lebensmittel sortieren und ein bisschen mithelfen würde. Schon nach kurzer Zeit habe ich aber gemerkt, dass viel mehr dahintersteckt und man dort Erfahrungen sammelt, die man im normalen Alltag eher nicht macht.

Zu meinen Aufgaben gehörten das Sortieren von Lebensmittelspenden, das Vorbereiten der Ausgabe und manchmal auch das Abholen von Spenden. Dabei wurde mir bewusst, wie viele Lebensmittel eigentlich unnötig weggeworfen werden würden, obwohl sie noch komplett in Ordnung sind. Genau diese Lebensmittel helfen anderen Menschen enorm: laut Tafel Deutschland werden jedes Jahr rund 265.000 Tonnen Lebensmittel gerettet und an etwa 1,5 Millionen Menschen verteilt.

Die Lebensmittel, die oft bei uns ankamen, unterscheidet man in 5 große Kategorien: Brot und Backwaren, Trockenwaren und Konserven, Kühlwaren (wie Fleisch oder TK-Pizza), Obst und Gemüse und schlussendlich noch Milchprodukte.
Viele Menschen waren sehr dankbar für die Hilfe in Form von Lebensmitteln, da sie häufig nicht genug finanzielle Möglichkeiten haben und auf solche Unterstützung angewiesen sind. Dadurch habe ich auch selbst angefangen, Dinge wie Essen, Kleidung oder alltägliche Möglichkeiten viel mehr wertzuschätzen – vor meinem FSSJ habe ich darüber ehrlich gesagt kaum nachgedacht.

Außerdem lernt man in so einem Jahr auch persönlich viel dazu: ich bin tatsächlich offener geworden, habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten.
Gerade weil kein Tag wie der andere war, wurde es eigentlich auch nie langweilig. Natürlich gab es auch stressige Momente, aber genau dadurch sammelt man wichtige Erfahrungen fürs Leben.

Rückblickend war mein FSSJ bei der Tafel viel mehr als nur ein freiwilliges Jahr: es hat mir viel Spaß bereitet, anderen Menschen zu helfen und auch zu lernen, dass viele Dinge nicht selbstverständlich sind.

Charlotte Deubner, 9B

FSSJ im Kinderhort St. Jakob

Ich habe mein FSSJ im Kinderhort St. Jakob in Feucht absolviert. Es war sehr vielseitig und ich habe einen guten Einblick in den Alltag einer solchen Einrichtung bekommen.

An jedem Tag gab es Abwechslung: manchmal wurden verschiedene Experimente durchgeführt, wobei den Kindern Wissen spielerisch nahegebracht wurde, oder wir haben z.B. einen Ausflug zu einem Spielplatz gemacht.
Vor allem in der Weihnachtszeit haben ich mit den Kindern viel gebacken und auch Lebkuchenhäuser gebaut, welche sie stolz präsentierten.
Wenn einmal keine Ausflüge oder größeren Aktionen geplant waren, verbrachten die Kinder viel Zeit im Pausenhof, wo ich auch mal das ein oder andere Fußballspiel mit ihnen bestreiten durfte.

Beliebt im Hort sind auch Brettspiele, welchen sich die Kinder meistens zuwenden, wenn der Pausenhof z.B. wegen schlechten Wetters gesperrt ist. Bei einigen Kindern ist sogar Schach sehr beliebt – die Kinder haben immer eifrig gespielt und sogar ein Schachturnier durchgeführt.

Insgesamt habe ich viele Eindrücke über den Beruf des Erziehers bekommen und habe auch gelernt, wie man am besten mit Kindern umgeht, auch wenn sie nicht immer hören wollen.

Abschließend kann ich sagen, dass das FSSJ eine wirkliche Bereicherung war: man kann viele neue Dinge und Fähigkeiten lernen wie z.B. Verantwortung zu übernehmen.

Allgemein kann ich nur dazu ermutigen, sich Zeit für ein FSSJ zu nehmen, denn es macht Spaß und man sammelt viele neue und wichtige Erfahrungen.

Lukas Schmidt, 10B