Wer sind die Werwölfe???

Inspiriert durch das bei vielen Schülergenerationen beliebte und bekannte WERWOLFSPIEL entwarf die junge Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe ein Szenario, das Gegenwart und Zukunft miteinander konfrontiert und vermischt, wobei die Zukunft von KI generierte und gesteuerte Menschen auftreten lässt. Während eines Werwolfspiels verschlägt es die „Gegenwärtigen“ in die Welt der Zukunft; diese versetzt in Erstaunen, aber sie bringt auch eine Annährung und ein vorsichtiges Verstehen dieser beiden aufeinandertreffenden Generationen. Das Werwolfspiel an sich bildet hierzu nur den Rahmen und dient als Katalysator für die vielen Einzelszenen, die von den Schüler/innen selbst entworfen und verfasst wurden. Szenen einer Patchworkfamilie, Begegnung im Altenheim (um nur einige zu nennen) stellen die Problematiken dar, mit denen junge Menschen sich heute beschäftigen und die auch keine menschliche Lösung in einer durch KI generierten Gesellschaft finden werden. Es bleibt tatsächlich die offene Frage: WER IST HIER der TATSÄCHLICHE WERWOLF???

Ein spartanisches Bühnenbild, passende Musik und eine sehr sinnvoll eingesetzte Lichtregie geben den jungen Eleven genügend Raum zum SPIELEN, wobei Massenszenen überwiegen, die einiges an Konzentration abverlangen, was die Gruppe bewundernswert gemeistert hat! Sehr eindrucksvoll wurde auch mit pantomimischer Darstellung gearbeitet und auf Requisiten fast gänzlich verzichtet, was den etwas surrealen Charakter der Zukunft symbolisch unterstreicht: Wer weiß denn, ob es ein Glas, einen Tisch in der „heutigen Form“ in der Zukunft noch geben wird?

Mit großem Enthusiasmus und Freude belebten die jungen Eleven die Bühne; einige Charaktere stachen durch ihren Witz (auch rollenbedingt) etwas heraus, was aber dem großen Ganzen untergeordnet wurde. Alle waren sie Teilnehmer des Werwolfspiels und damit gleichwertig.

Ein großes Lob verdienen die Gemeinschaftsleistung der Gruppe, die durch ihre permanente Präsenz auf der Bühne überzeugte, sowie die Einfälle der Regie, der es trotz einer nicht leicht und konkret erkennbaren „roten Handlungslinie“ gelungen ist, eine Zukunftsvision in die Gegenwart zu transportieren.

Manch kleinerer Zuschauer wird vielleicht den sichtbaren Handlungsfaden etwas vermisst haben, saß aber dennoch gebannt auf dem Stuhl und verfolgte neugierig das Geschehen.

Die junge Theatergruppe des LGA beschreitet „neue Wege“; nicht nur Unterhaltung, Spaß und Leichtigkeit sind ihre Intentionen, sondern die Darstellung aktueller Problematiken als künstlerische Präsentation! Auch DAS ist eine vorrangige Aufgabe des Theaters und Chapeau vor der Leistung der „WERWÖLFE“!

Ursula Schweizer-Kittel

(langjährige Leiterin des Unter- und Mittelstufentheaters am LGA und heute unser größter Fan 😊)