Am 15.4. hieß es wieder „Vorhang auf“ in der Leibniz-Halle, denn wie jedes Jahr gastierte das englischsprachige White Horse Theatre an unserer Schule, dieses Mal mit zwei Stücken, die unterschiedlich nicht hätten sein können.
Zunächst kamen die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe in den Genuss von The Great Gatsby nach dem berühmten Roman von F. Scott Fitzgerald, in dem es um die Geschichte des geheimnisvollen Millionärs Jay Gatsby im New York der 1920er-Jahre geht. Erzählt wird die Handlung aus der Sicht von Nick Carraway, der neben Gatsby wohnt und dessen legendäre Luxuspartys beobachtet.
Im Mittelpunkt steht Gatsbys Hoffnung, seine frühere Liebe Daisy Buchanan zurückzugewinnen, obwohl diese inzwischen mit dem reichen, aber arroganten Tom Buchanan verheiratet ist. Gatsby hat seinen Reichtum aufgebaut, um Daisy zu beeindrucken und die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Doch die Geschichte entwickelt sich zu einem Drama aus Liebe, Betrug und gesellschaftlichen Konflikten. Nachdem Daisy bei einem Autounfall versehentlich Toms Geliebte Myrtle tötet, nimmt Gatsby die Schuld auf sich. Kurz darauf wird er von Myrtles Ehemann erschossen, der ihn für den Täter hält. Während Gatsby einsam stirbt, entziehen sich Daisy und Tom ihrer Verantwortung.
Das Stück zeigt eindrucksvoll die Schattenseiten des „American Dream“: Reichtum und Erfolg führen nicht automatisch zu Glück oder Erfüllung. Besonders spannend war die anschließende Diskussion mit den Schauspielerinnen und Schauspielern. Dabei wurden zentrale Themen des Stücks wie Macht, Reichtum und Verantwortung aufgegriffen. Außerdem zogen die Teilnehmenden Parallelen zur heutigen Gesellschaft und insbesondere zur Trump-Familie. Ähnlich wie Daisy und Tom Buchanan verkörpere diese, dass Reichtum oft Schutz vor Konsequenzen biete und gesellschaftliche Strukturen vor allem der Selbsterhaltung dienten. So wurde deutlich, wie aktuell Fitzgeralds Gesellschaftskritik auch heute noch ist.
Deutlich humorvoller und abenteuerlicher ging es anschließend bei The Tiger of the Seas von Peter Griffith zu. Das englischsprachige Piratenstück begeisterte unsere Sechstklässlerinnen und Sechstklässler mit viel Witz und Tempo.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der gefürchtete Pirat Black Nick Sharkmuck, der den jungen Hirten Robin entführt, um ihn zu einem Piraten auszubilden. Robins mutige Freundin Jenny macht sich daraufhin mit einem Heißluftballon auf die Suche nach ihm. Während Robin immer mehr Gefallen am Piratenleben findet, erlebt Jenny zahlreiche Abenteuer, bis schließlich alle in einen Sturm geraten und auf einer Insel stranden. Am Ende gelingt es Jenny, den Piratenkapitän zu besiegen und Robin zurück nach England zu bringen. Die Geschichte vermittelt, dass Freundschaft, Mut und Zusammenhalt wichtiger sind als Gewalt und Abenteuerlust.
Besonders viel Spaß bereitete die interaktive Gestaltung des Stücks: Die Schülerinnen und Schüler wurden immer wieder aktiv in die Handlung einbezogen und konnten direkt mit den Schauspielerinnen und Schauspielern interagieren. Dadurch entstand eine lebendige und unterhaltsame Atmosphäre in der Halle.
Tanja Walter

