Nur 30cm mächtig ist im globalen Durchschnitt die dünne Schicht, die fast alles Leben auf der Erde ermöglicht: der Boden. Ohne ihn gibt es keinen landwirtschaftlichen Anbau, ohne ihn wachsen keine Pflanzen und können keine Tiere ernährt werden. Trotzdem gerät oft in Vergessenheit, wie einzigartig der Boden unter unseren Füßen ist: Er braucht vielfach Jahrtausende, um zu entstehen, beherbergt mehr Lebewesen als jedes andere Ökosystem auf der Welt und ist – einmal abgetragen – nicht wiederherstellbar.

Vor 130 Oberstufenschülern des Leibniz-Gymnasiums erklärt der Erlanger Geographie-Professor Rupert Bäumler, wie ein solcher Boden über lange Zeit entsteht, welche große Vielfalt an Bodentypen es gibt und warum Böden so gefährdet sind. Aufgrund ihres hohen Alters sind Böden zudem wahre Schatzgruben, was der Referent mit seinem beeindruckendsten Bodenfund aus einer Bayreuther Baugrube anschaulich belegt: ein Jahrmillionen alter versteinerter Elefantenstoßzahn, den die SchülerInnen sogar in die Hand nehmen dürfen.

Die Bedeutung von Bodenschutz

Nachdrücklich spricht Rupert Bäumler sich für einen besseren Schutz der Böden aus, in unserer Region und weltweit. Ein plakatives Beispiel: Nikotin ist ein hochwirksames Gift, das Bodenlebewesen abtötet. Es ist enthalten in achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen, aber auch in bestimmten Pflanzenschutzmitteln. Diese sogenannten Neonikotinoide sind in der EU bereits teilweise verboten, aus Sicht des Bodenschutzes wäre ein noch weitreichenderes Verbot aber wichtig.

Die Schülerinnen und Schüler würdigen besonders positiv, wie spürbar die Begeisterung des Professors für seinen Forschungsgegenstand ist. Das Thema, sonst eher eine Randnotiz, wird so ganz konkret: Bodenschutz beginnt schon dort, wo ich eine Zigarettenkippe in den Müll werfe statt in die Landschaft. Aber auch durch weniger Fleischkonsum kann man den Boden schützen, weil so weniger Flächen für den Anbau von Futtermitteln benötigt werden. Und nicht zuletzt benennt eine Schülerin in der Diskussion am Ende eine städtebauliche Konsequenz. Hochhäuser sind Bodenschutz: weil durch sie weniger Fläche versiegelt wird.